Chronik der Freilichtbühne Stedingsehre und des Informations- und Dokumentationszentrum (IDZ) in Bookholzberg

 

1679    In diesem Jahr wird erstmalig in einem Sterberegister erwähnt, dass ein            „Arend Hogeboeken von Bookholtz“ im Alter von 100 Jahren gestorben ist. Weitere Generationen der Familie Hohenböken lebten auf dem Bookholzberg bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.


30.04.1902   Hinrich Grashorn aus Uhlhorn übernimmt das Gut Bookholzberg mit 97 ha für 65.000 RM.


27.05.1934   Anlässlich des 700sten Jahrestages der „Schlacht bei Altenesch“ findet erstmalig die Aufführung des Theaterstückes „De Stedinge“ von August Hinrichs“ auf dem Hennings-Hof in Altenesch statt. Aufgrund der großen Resonanz beschließen der Gauleiter Carl Röver und der Heimatdichter August Hinrichs den Bau einer neuen Freilichtbühne in Grüppenbühren.


19.10. 1934   Grundsteinlegung für den Bau der Freilichtbühne auf dem Gelände des Bauernhofes von Gustav Grashorn; die Gemeinde Ganderkesee erwirbt ca. 4 ha vom Landwirt G. Grashorn.


27.05.1935   Erste Aufführung des Theaterstückes „De Stedinge“ auf der Freilichtbühne in Grüppenbühren.


30.12.1935   Erste Verhandlungen betreff Verkaufs des gesamten Grashorn Hofes mit Ministerialrat Werner Ross von der Landesregierung Oldenburg.


10.01.1936   Landwirt G. Grashorn lehnt Angebot über 145.000 RM ab.


17.01.1936   Von der Landesregierung wird ein Enteignungsverfahren angedacht, aber nicht umgesetzt.


23.01.1936   Eine Stiftung „Stedingsehre“ wird gegründet: als Vorstand wird Carl Röver gewählt.


05.10.1936   Landwirt G. Grashorn verkauft seinen Grundbesitz von ca. 81 ha an die Stiftung für 190.000 RM.


01.12.1936      Die Stiftung verkauft diesen Grundbesitz an den Industriellen Walter Rau aus Hilter.


30.05.1937   Einweihung der Niederdeutschen Gedenkstätte Stedingsehre und Aufführung des Theaterstückes  „De Stedinge“. Einen Teil der Bauerschaft Grüppenbühren 2 wird in Bookholzberg 1u.2 umbenannt.


21.09.1938   Walter Rau überträgt 34,5 ha des Grundbesitzes schenkungsweise der Stiftung Stedingsehre. 
Die restlichen ca. 47 ha bleiben Eigentum der Familie Rau (Gelände nördlich der Bahn).


1938   Die Stiftung erwirbt vom Land Oldenburg 0,15 ha vom Bismarck-Verein (Denkmal).


1938   Das Haus 21 wird als Gästehaus im Rahmen der Erweiterungspläne einer Gauschulungsburg gebaut.


09.07.1938   Die Stiftung erwirbt für 65.000 RM ein Sanatorium in Bad Zwischenahn.


1939   Die Stiftung baut 2 große Blockhäuser in Ahlhorn (82.000 RM).


1939   Der Verein „Stedingsehre e.V.“ wird gegründet, als Vorstand wird Carl Röver     gewählt.


1941   Die Stiftung erwirbt für 25.000 RM das Nachbargrundstück vom Sanatorium in Bad Zwischenahn.


15.05.1943   Nach kurzer Krankheit verstirbt C. Röver im Charité / Berlin; neuer Stiftungs-Vorstand: Paul Wegner.


30.05.1945   Dr. Hollje und Dr. Rogge (Rechtsanwälte aus Oldenburg) werden von der Landesregierung beauftragt, eine Bestandsaufnahme der Stiftung Stedingsehre zu erstellen.


1946   Betriebsaufnahme der Niedersächsischen Landes-Versehrtenberufsfachschule Bookholzberg, eine Einrichtung, in der zu Anfang überwiegend Kriegsversehrte umgeschult wurden.


13.09.1949   Änderung der Stiftungs-Satzung laut Amtsgericht Oldbg.: neuer Vorstand: Landesfürsorgeverband.


02.10.1951   Besprechung in Bookholzberg: Ober. Reg. Baurat Dipl. Ing. H Fröhner, Treuhänder Krause (Verwalter der Stiftung Stedingsehre) gibt Wert der Anlage mit 4 bis 5 Millionen RM an.


18.09.1952   Entscheidung des „Allgemeiner Organisationsausschuss“ (AOA) Celle: das Stiftungsvermögen geht an das Land Niedersachsen über.


1960-1982    Auf der Freilichtbühne fanden 22 Musikfeste, Theateraufführungen und Beat Festivals statt.


1972   Die Niedersächsische Landes-Versehrtenberufsfachschule Bookholzberg wird in Berufsförderungswerk (BFW) Bookholzberg umbenannt.


27.06.1978   Errichtung der Stiftung des Landes Niedersachsen für berufliche Rehabilitation Behinderter mit Sitz in Bad Pyrmont; Überführung der Berufsförderungswerke Bookholzberg und Bad Pyrmont in diese Stiftung.


1992   Das Berufsförderungswerk Bookholzberg wird in Berufsförderungswerk Weser-Ems umbenannt.


Mai 1994   Es gründet sich in Bookholzberg die Interessengemeinschaft Bookholzberg (inBo).


Juni 1994         Das Berufsförderungswerk Bookholzberg gibt Ausbaupläne bekannt, unter anderem sollen auf der denkmalgeschützen Tribüne zwei Internatsgebäude entstehen.


Mai 1997   Geplanter 26 Millionen DM Ausbau des BFW gestoppt, Bundesanstalt für Arbeit zieht Förderzusage zurück, somit wird der Bau der zwei Internatsgebäude auf der Tribüne nicht umgesetzt.


2005   Die Satzung der Stiftung des Landes Niedersachsen wird neu gefasst und in die Stiftung des Landes Niedersachsen für berufliche Rehabilitation umbenannt.


12.02.2005   Während eines VHS-Kurses gründet sich der Arbeitskreis „Geschichtsort Stedingsehre“.


01.03.2011   Der Förderverein Informationszentrum Freilichtbühne Bookholzberg e. V. wird gegründet.


Mai 2017   Das Unternehmen INN-tegrativ gGmbh (Zusammenschluss von Rehazentren) wird gegründet.


2019   INN.tegrativ startet erste Verkaufsgespräche betreff des unter Denkmalschutz
 stehenden Freilichtbühnen-Geländes (ca. 4 ha).


04.04.2019   Beschluss des Rats der Gemeinde Ganderkesee: Unter der Voraussetzung, dass das Haus 21 auf dem Gelände des Berufsförderungswerkes erworben werden und die Kostenteilung mit dem Landkreis erfolgen kann, werden die weiteren Fachplanungen für die Sanierung des denkmalgeschützen Gebäude von der Gemeinde in Auftrag gegeben.

18.10.2019   Die Gemeinde Ganderkesee erwirbt von der Stiftung Haus 21 inkl. Grundstück für 50.000€.


04.06.2020   Erste Begehung des Haus 21mit Planungsausschuss / Gemeinde Ganderkesee/ Architekten etc.


01.11.2020   Start der Renovierung des Haus 21 mit Hilfe von Fördermitteln der Europäischen Union unter Berücksichtigung von Denkmalschutz-Anforderungen.


17.06 2021   Unterzeichnung eines Nutzungsvertrags zwischen Gemeinde Ganderkesee und Förderverein.


Sept 2021/22   Theateraufführungen der Kulturetage Oldenburg „Visionen für einen Unort“ auf der Freilichtbühne.


15.11.2021   Übergabe des Informations- und Dokumentationszentrum (IDZ) von der Gemeinde Ganderkesee an den Förderverein


21.05.2022   IDZ – Eröffnung durch die Gemeinde Ganderkesee/ Landkreis Oldenburg und Förderverein


Jan. 2023   Katasteramtspläne zeigen „neue“ Grenzen des Spieldorfgeländes.


18.01.2024   INN-tegrativ Bekanntgabe:  Verkauf Spieldorf, neuer Besitzer des ca. 4 ha großen Areals ist die zwanzigste Projektentwicklungsgesellschaft GmbH & Co. KG mit Sitz in Wardenburg.

 

Quellennachweis: Archiv Förderverein, Landesarchiv Oldenburg, Pressemitteilungen DK und NWZ